it
P.I. Tschaikowsky Streichquartett Nr. 1. Teil II. Andante cantabile

Nachsicht

N.K. Roerich. Buddha der Geberfreundliche<br>(zwei Kelche). 19321. „Nachsicht ist eine der Eigenschaften der Höheren Welt; deshalb muss jeder seinerseits verstehen, diese Eigenschaft zu zeigen, wo immer es einen Funken Gutes gibt. Möge man nicht müde werden, diesen Segen zu suchen. So kann man in immerwährender Wachsamkeit den Dienst an der Höheren Welt auf sich nehmen.“ AUM. 87.

 

2. „Möge jeder Ausdruck eurer Nachsicht zugleich euer Aufstieg sein. Ein Dummkopf verprügelt einen entkräfteten Esel, wodurch er nur Schaden anrichtet. Ein kluger Hausherr dagegen gewährt dem Esel Erholung, füttert ihn und erzielt dadurch Nutzen. Ebenso ist es mit Unwissenden, man darf sie nicht mit Zorn überschütten, da eine Beschimpfung keinen Nutzen bringt. Nützlich wird es dagegen sein, nachsichtig zu sein und überzeugende Worte zu finden. Es ist nicht leicht, sich auf das Niveau der Unwissenheit einzustellen, doch ein Denker versteht, dass man durch eine niedrige Tür gebeugt gehen muss.

Es ist viel über Mitleid gesprochen worden, doch beinhaltet jedes Mitleid bereits Nachsicht. Wahrlich, ruhmreicher Aufstieg wird durch feinfühlige Nachsicht geschaffen…Der Wanderer lernt, den Stimmen des Schmerzes Gehör zu schenken und sich mit Gedanken an Heilung zu erfüllen; solche Gedanken tragen wie Flügel empor.

Der Mensch muss beständig Gelegenheiten suchen, um Nachsicht zu üben. Auch an den Schulen muss man darüber sprechen, wie nützlich Nachsicht ist. Man muss aufzeigen, dass Verurteilung ein tödliches Prinzip ist. Man kann sie leicht vermeiden, wenn man daran denkt, dass Zerstörung kein Aufbau ist. Überlassen wir Zerstörung der Weisheit des Kosmos, wir aber wollen aufbauen. Der Denker sprach: „Lehrer, zeige mir, wie ich durch Nachsicht aufsteigen kann.“ Br. II. 847.

 

3. „Nachsicht ist ein integraler Bestandteil der Symphonie der geistigen Eigenschaften. Es steht im Zusammenhang mit Toleranz, Mitleid und Nichtverurteilung. Dies ist die Haupteigenschaft des Bodhisattvas. Es ist nicht leicht, nachsichtig gegenüber sehr unvollkommenen Menschen zu sein. Aber ihretwegen kommen die Großen Geister auf die Erde und ihretwegen ertragen sie Leid. Ohne Liebe kann es keine Nachsicht geben. Denn das Wort selbst weist darauf hin, dass ein höheres Bewusstsein zu einem niedrigeren herabsteigt, um ihm beim Aufstieg zu helfen. Und der LEHRER steigt zu den Schülern herab, um ihnen den Aufstieg zu lehren. Diese Eigenschaft ist schwierig, weil sie Verhältnismäßigkeit und die Fähigkeit erfordert, entsprechend dem Bewusstsein und seinen Fähigkeiten zu sprechen und zu geben. Die Weisheit des LEHRERS ermöglicht es ihm, solche Formeln und Ausdrücke zu verwenden, dass sowohl das große als auch das kleine Bewusstsein entsprechend seiner Aufnahmefähigkeit aus ihrer unerschöpflichen Tiefe schöpfen kann, und zwar viele Male, und so sein Verständnis immer mehr ausdehnt …“ FAY -1969. 509.

 

4. „Man muss Nachsicht gegenüber Unvollkommenheit finden: Jeder Schöpfer war doch einmal unvollkommen. Jede Aufspeicherung wurde durch Arbeit und Anspannung erreicht.“ AUM 23.

 

5. „Nimm den Wollenden auf und gebt dem Bittenden, aber in den Grenzen dessen, was er bittet. Genau dies wird ein Geben im Einklang mit der Übereinstimmung, mit dem Fassungsvermögen, mit der Kapazität des Bewusstseins. Und dabei muss man sich selbst vergessen. Das ist Nachsicht. Das ist nicht möglich, wenn das Selbst eingreift und sich in den Vordergrund drängt.“ FAY – 1961. 404.

 

6. „... Nachsicht oder pflichtwidrige Vernachlässigung; das erste bringt zwar das zweite hervor, aber zwischen beiden steht das Schwert der Gerechtigkeit. Denn die Nachsicht kommt vom Licht, die Nachlässigkeit aber aus der Finsternis. ...Eng ist der Platz, wo das Schwert liegen kann.“ „Abschiedsworte an den Anführer.“ 1.

 

7. „Man muss nachsichtig mit anderen und streng mit sich selbst sein.“ EIR, Briefe, 29.08.1934.

 

 

Seitenanfang